Die Ausführungen auf dieser Seite sind überholt. Eilguthalle und das ehemalige Bahnbetriebswerk sind mittlerweile von privaten
Investoren gekauft. Das historische Bahnhofsgebäude ist im Eigentum der DB AG und soll angeblich ab 2027 saniert werden soll. Ein Nutzungskonzept ist nicht bekannt, aber ohne Zweifel werden
bei der zukünftigen Vermietung der Räume ökonomische Aspekte ausschlaggebend sein. Auch der Erhalt der Bahnhofsstellwerke ist nicht gesichert. Und ob der im Besitz der Stadt befindliche
Mangturm jemals für öffentliche Besichtigungen hergerichtet wird, ist kurz- und mittelfristig nicht zu erwarten.
Ungeachtet der nicht mehr gegebenen Aussichten stellen wir dennoch unsere in 2013 entwickeltes Museumskonzept vor, um
aufzuzeigen, welche Chancen und Potenziale die Stadt Lindau aus der Hand gegeben hat.
Ein Museum in einmaliger Lage am See
Die angedachte Lage am Inselbahnhof und nahe des Seehafens würde die Darstellung der Verkehrsgeschichte der Stadt Lindau an einem zentralen und viel besuchten Standort ermöglichen. Damit bietet sich für Lindau die einmalige Chance einer attraktiven Nachnutzung von Teilen der Bahngebäude und der Gleisanlagen. Davon würden die Lindauer Bevölkerung und die Gäste der Stadt Lindau gleichermaßen profitieren. Ein solches Museum beginnt beispielsweise dann zu leben, wenn mit Dampfloks bespannte Sonderzüge den Inselbahnhof anfahren und die Fahrgäste unmittelbar vom Zug auf das historische Dampfschiff Hohentwiel wechseln.
Weitere Infos zum Standort =>siehe hier.
Blick zurück und in die Zukunft
In dem von uns projektierten Verkehrsmuseum soll die Lindauer Geschichte der Eisenbahn und der Dampfschifffahrt vom Mittelalter bis heute dargestellt werden. Verkehrsgeschichte ist zugleich auch Kulturgeschichte, Sozial-, Wirtschafts-, Industrie- und Technikgeschichte. Die historische Entwicklung der Stadt Lindau und ihres Einzugsgebietes ist maßgeblich von Bahn und Schifffahrt geprägt.
Das Verkehrsmuseum Lindau soll aber nicht nur rein historisch in die Vergangenheit gerichtet sein. Vielmehr will es über das Wissen von der Vergangenheit den Blick auf Gegenwart und Zukunft schärfen. Daraus ergibt sich ein klarer Bildungsauftrag: Was war Mobilität, was ist sie heute und wie wird sie in der Zukunft sein?
Ein modernes Museum für alle
Aufgabe muss es sein, alle Altersgruppen und Bildungsschichten für das Thema Mobilität zu sensibilisieren und Unterstützung bei der individuellen Meinungsbildung zu leisten. Dabei ist für Familien besonders das gemeinsame Erfahren, Lernen und Spaß haben zu betonen. Museumspädagogische Konzepte können ab einem Alter von drei Jahren umgesetzt werden. Die angestrebte Präsentation des Verkehrsmuseums Lindau muss den heute üblichen Standards hinsichtlich Qualität, Didaktik und Medieneinsatz folgen. Sie soll besucherfreundlich, verständlich und faszinierend sein und zum Schauen, Staunen und Entdecken einladen. Zugleich muss das Museum ein „Museum zum Anfassen sein“, das möglichst viele unterschiedliche Besuchergruppen begeistert und für ein wichtiges Thema sensibilisiert.
Das Museum als offenes Forum für Zukunftsfragen
Das projektierte Verkehrsmuseum versteht sich als Ort der Bewahrung sowie als offenes Forum für aktuelle Themen. Die Entwicklung der Mobilität ist eines der größten Themen unserer Zeit. Wir wollen die aktuellen Probleme der Verkehrs- und Stadtentwicklung sachgerecht thematisieren und nachhaltige Lösungen für zeitgemäße Verkehrsformen andenken beziehungsweise diskutieren. Durch interdisziplinären Umgang können auch kritische und beispielsweise von Künstlern inspirierte Fragestellungen dargestellt werden.
Wo in Lindau könnte ein Verkehrsmuseum entstehen?
Museumsverbund Euregio Bodensee
Ein Verkehrsmuseum Lindau wäre in der Euregio Bodensee eine hervorragende Ergänzung der internationalen Museumslandschaft, die sich in den letzten Jahren immer mehr Richtung Technik- und Mobilitätsgeschichte entwickelt hat. Zusammen mit dem Zeppelin Museum und dem Dornier Museum Friedrichshafen, dem Locorama Romanshorn und dem Seemuseum Kreuzlingen kann der Luft-, Schienen- und Wasserverkehr der Bodenseeregion in umfassender Weise dargestellt werden. Dies wäre in Europa einzigartig!
Museumsverbund Ludwig-Süd-Nord-Bahn
An der Ludwig-Süd-Nord-Bahn bestehen mit dem Bayerischen Eisenbahnmuseum Nördlingen und dem Deutschen Dampflokomotiv Museum (DDM) in Neuenmarkt zwei bedeutsame Eisenbahn-Museen. Mit einem Verkehrsmuseum in Lindau kann diese Museumslandschaft am südlichen Endpunkt der Strecke vervollständigt werden. In Kooperation mit Nördlingen und mit Neuenmarkt könnte die Geschichte der historischen Ludwig-Süd-Nord-Bahn ganzheitlich an relevanten Bahnhöfen wieder aufleben. Mit Dampf-Sonderzügen und entsprechenden Pauschalangeboten könnten die Besucher alle drei Standorte erleben.
